+++ Save the Date: „Start Guides“-Fachtag am 02.10.2025 +++

Bit­te vor­mer­ken: der dies­jäh­ri­ge „Start Gui­des“ – Fach­tag fin­det am 02. Okto­ber 2025 in der Aka­de­mie des Sports in Han­no­ver statt. Das The­ma ist dies­mal: „10 Jah­re nach 2015: (Rück-)Blick nach vorn – Wo steht die Arbeits­markt­in­te­gra­ti­on von Geflüch­te­ten und was sind die Hand­lungs­be­dar­fe für die Zukunft?“

Zum Tagungs­kon­zept:
Schon heu­te kann die Arbeits­markt­in­te­gra­ti­on von Geflüch­te­ten trotz der indi­vi­du­ell rela­tiv kur­zen Auf­ent­halts­dau­ern bereits eini­ge Erfol­ge vor­wei­sen: laut Zah­len des Insti­tuts für Arbeits­markt und Berufs­for­schung (IAB) stei­gen mit zuneh­men­der Auf­ent­halts­dau­er nicht nur die Erwerbs­tä­ti­gen­quo­ten, son­dern auch die Beschäf­ti­gungs­qua­li­tät. Bei den im Jahr 2015 zuge­wan­der­ten Geflüch­te­ten lag die Erwerbs­tä­ti­gen­quo­te dem­nach im Jahr 2022 bereits bei 64 %. Gut zwei Drit­tel von ihnen waren in Voll­zeit beschäf­tigt. Gleich­zei­tig nimmt auch das Lohn­ni­veau ste­tig zu. All die­se Fak­to­ren füh­ren gleich­zei­tig zu höhe­ren Sozi­al­ver­si­che­rung- und Lohn­steu­er­ein­nah­men sowie zu sin­ken­den Sozi­al­leis­tungs­zah­lun­gen.
Nicht zuletzt in Eng­pass­be­ru­fen sind Geflüch­te­te schon heut­zu­ta­ge nicht mehr weg­zu­den­ken. Bereits 2021 kam eine Stu­die der Fried­rich-Ebert-Stif­tung zu dem Ergeb­nis, dass ohne Geflüch­te­te und ande­re Zuge­wan­der­te in vie­len Berei­chen mit Fach- und Arbeits­kräf­te­man­gel „nichts mehr geht“. Bei­spiels­wei­se begin­nen mitt­ler­wei­le — rela­tiv gese­hen — aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge häu­fi­ger als Deut­sche eine Berufs­aus­bil­dung in Engpassberufen.

Aller­dings gibt es wei­ter­hin eini­ge Hür­den, die die nach­hal­ti­ge Arbeits­markt­in­te­gra­ti­on von Geflüch­te­ten beein­träch­ti­gen: Auf der einen Sei­te wir­ken sich insti­tu­tio­nel­le Hemm­nis­se – wie Beschäf­ti­gungs­ver­bo­te und Wohn­sitz­auf­la­gen — nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen nega­tiv auf die Erwerbs­be­tei­li­gung aus. Auf der ande­ren Sei­te gefähr­den der deut­lich spür­ba­re poli­ti­sche „Rechts­ruck“ und zuneh­men­de Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­run­gen sowohl von Geflüch­te­ten als auch von inter­na­tio­na­len Fach­kräf­ten die Wahr­neh­mung von Deutsch­land als welt­of­fe­nes und zuwan­de­rungs­freund­li­ches Land.
Auch im inter­na­tio­na­len Ver­gleich zei­gen sich erheb­li­che Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­le: Auch wenn die o.g. Erwerbs­tä­ti­gen­quo­ten ver­gleichs­wei­se hoch sind, ist — laut einer aktu­el­len OECD-Unter­su­chung — das deut­sche Schul- und Berufs­bil­dungs­sys­tem „noch nicht auf die Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft aus­ge­rich­tet“, die es de fac­to längst gibt. Im Ver­gleich dazu sei­en die Bil­dungs­sys­te­me in ande­ren Län­dern bes­ser auf die Bedar­fe von Zuge­wan­der­ten ein­ge­stellt. Als Fol­ge ver­lie­ßen in Deutsch­land vie­le Geflüch­te­te die Schu­le ohne Abschluss.
Hand­lungs­be­darf sieht die OECD-Stu­die auch bei geflüch­te­ten Frau­en mit klei­nen Kin­dern. Vie­le von ihnen kamen zuletzt aus der Ukrai­ne nach Deutsch­land und sind danach grund­sätz­lich schlech­ter in den Arbeits­markt inte­griert als in ande­ren Län­dern. Zudem sei­en in Deutsch­land die Über­qua­li­fi­zie­rungs­quo­ten von berufs­tä­ti­gen Geflüch­te­ten auf­fäl­lig hoch – beson­ders hoch­qua­li­fi­zier­te Geflüch­te­te hät­ten bei der Suche nach einer ihren Qua­li­fi­ka­tio­nen ent­spre­chen­den Beschäf­ti­gung mit mehr Hin­der­nis­sen zu kämp­fen als anders­wo. Zwar wür­den auch in ande­ren Ziel­län­dern for­ma­le Qua­li­fi­ka­tio­nen in der Regel nicht voll­stän­dig aner­kannt, in Deutsch­land spie­le aber der Fak­tor Aner­ken­nung eine deut­lich zen­tra­le­re Rolle.

Es stel­len sich also die fol­gen­den Fra­gen: Wie funk­tio­niert die Arbeits­markt­in­te­gra­ti­on von Geflüch­te­ten in ande­ren Län­dern? Wel­che alter­na­ti­ven Wege wur­den beschrit­ten? Und was lässt sich dar­aus für die hie­si­gen Inte­gra­ti­ons­be­mü­hun­gen lernen?

Im Rah­men des Start Gui­des Fach­tags 2025 soll daher auch ein ver­glei­chen­der Blick über den Tel­ler­rand und Lan­des­gren­ze gewagt wer­den, um die Erfah­run­gen und Ansät­ze im EU-Aus­land seit der Flücht­lings­zu­wan­de­rung 2015 ken­nen­zu­ler­nen – kon­kret freu­en wir uns auf einen Key­note-Bei­trag aus Öster­reich.
Das Ziel der Ver­an­stal­tung ist es, Ideen und Kon­zep­te für eine auch zukünf­tig gelin­gen­de Arbeits­markt­in­te­gra­ti­on von Geflüch­te­ten zu sam­meln und die hier­für not­wen­di­gen Hand­lungs­schrit­te abzuleiten.