Aktuelle Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigen einen deutlichen Anstieg der Fachkräftelücke – obwohl die Beschäftigung aktuell in vielen Branchen schrumpft. Demnach könne der Fachkräfteengpass bis 2029 auf 723.000 Personen steigen (+47 Prozent im Vergleich zu heute), wenn notwendige politische Weichenstellungen ausbleiben.
Zwar ist der Trend bei der Fachkräftelücke gegenwärtig aufgrund der schwierigen Lage und ausbleibenden Investitionen in vielen Wirtschaftsbereichen rückläufig. Dennoch dürften die Fachkräftebedarfe demografiebedingt größer werden. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken sei Deutschland generell auf Zuwanderung angewiesen.
Insbesondere in Industrieberufen steigen die Bedarfe weiter, obwohl hier gegenwärtig Arbeitsplätze abgebaut werden. Laut IW könnte dies daran liegen, dass die sich durch Transformationsprozesse schnell ändernden Anforderungen in diesen Bereichen von den bisherigen Beschäftigten sowie den verfügbaren Arbeitslosen mit formal passender Qualifikation nicht hinreichend erfüllt werden können.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, empfehlen die Forschenden – neben deutlich mehr Zuwanderung aus Drittstaaten – intensivierte Aus- und Weiterbildungsangebote, mehr Berufsberatung sowie die Förderung beruflicher Bildung. Mit der Fragestellung, wie die Potenziale Zugewanderter mit oder ohne Fluchthintergrund für eine betriebliche Ausbildung aktiviert werden können, beschäftigen wir uns im Rahmen unseres Start Guides-Fachtags.